Liebe und Lügen (Nr. 75)
Kann aus vorgetäuschter Liebe echte werden?
Der Mafiaboss von Palermo ist in einer Schießerei gestorben. Nun übernimmt sein Ziehsohn Leandro die Geschäfte. Adriana, eine junge Polizistin, macht sich unter falscher Identität an ihn heran, um den ganzen Clan ins Gefängnis zu bringen. Und den Tod ihres eigenen Vaters zu rächen. Denn der wurde von der Mafia ermordet. Aber ist Leandro wirklich der Täter? Und hat Adriana ihre Gefühle im Griff?
»Liebe und Lügen« ist ein spannender Thriller und ein aufwühlendes Drama.
Leseprobe
Um 10 Uhr betritt sie in ihren schwarzen High Heels das Café wie eine normale Kundin, die einen Kaffee trinken möchte. Perfekter Moment: Leandro sitzt allein mit seinem Frühstück hinten an seinem Tisch und öffnet seine täglichen E-Mails. Das Jackett seines schwarzen Anzugs hat er ausgezogen und über die Stuhllehne gehängt. Der neue Mafiaboss sieht traurig aus, und Adriana fragt sich, warum er so aussieht. Sie bestellt sich ein Getränk. Als sie ihren Kaffee bekommt, geht sie extra zu seiner Richtung und schaut auf den Boden, um den perfekten Zeitpunkt zu finden, um ihren Kaffee kleckern zu lassen.
Nach ein paar Sekunden passiert es auch, und es gibt einen Kaffeefleck auf seinem weißen Oberhemd. Schauspielernd keucht sie und stellt ihren Cappuccino extra auf seinen Tisch. Sie nimmt schnell das Taschentuch aus Leandros Hemdbrusttasche. Sie hat ihre High Heels nicht umsonst an. Sie tut so, als wäre Stehen langsam zu anstrengend für sie, setzt sich direkt neben ihn und versucht, den Fleck wegzuputzen, während sie sich entschuldigt.
»Tut mir wirklich leid wegen dem Fleck!«, sagt Adriana.
Leandro antwortet ruhig: »Tut’s dir auch leid, dass du mein Taschentuch genommen hast? Gute Wahl, übrigens.«
Sie stoppt mit dem Wischen und schaut nach oben in seine Augen rein und lächelt leicht.
»Ja«, sagt Adriana. »Es sah nützlich aus. Nicht nur wie Deko. Ich kann dir ein Neues besorgen.«
»Ich verlange kein Taschentuch von fremden Menschen«, sagt Leandro. Sie gibt ihm ihre Hand und lächelt: »Sofia«, stellt sie sich mit ihrem Decknamen vor. »Jetzt bin ich nicht mehr ganz so fremd.«
